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CBD in Deutschland legal kaufen: Die aktuelle Gesetzeslage

Ilse Meyer Updated on November 4, 2021

CBD in Deutschland legal kaufen: Die aktuelle Gesetzeslage

Die förderlichen medizinischen Wirkungen von CBD werden immer weiter bekannt und führen in Deutschland zu einer steigenden Nachfrage an Produkten mit diesem Wirkstoff. Dabei stellt sich Verbrauchern immer wieder die Frage nach der Legalität von Cannabidiol in Form von Blüten, Öl und Tropfen. Es herrscht viel Unsicherheit darüber, ob der Kauf überhaupt rechtens ist oder ob sich Verbraucher womöglich auch strafbar machen könnten. Grundsätzlich kann CBD in Deutschland unter bestimmten Voraussetzungen legal erworben und konsumiert werden. Dabei müssen Käufer einige Bedingungen beachten, um sich im legalen Rahmen zu bewegen. Im folgenden Text wird Aufschluss darüber gegeben, welche Produkte, die CBD enthalten, in Deutschland erworben werden können, wie die derzeitige Gesetzeslage hierzu aussieht und was außerdem beachtet werden sollte.

Der Unterschied zwischen CBD und THC

Grundsätzlich ist es wichtig, zu verstehen, was Cannabidiol überhaupt ist und wie es sich von Cannabis unterscheidet. Cannabidiol (kurz: CBD) ist eine von etwa 400 chemischen Verbindungen der Cannabispflanze. Dazu gehört auch THC. Sowohl CBD als auch THC haben sehr förderliche gesundheitliche Eigenschaften und können für die Behandlung von beispielsweise Depressionen, Angstzuständen oder gar Epilepsie angewendet werden. Als natürliche Mittel wecken sie großes Interesse bei den Nutzern und auch in der medizinischen Forschung. Während THC eine psychoaktive Wirkung besitzt, wodurch sich Konsumenten „high“ fühlen, ist dies bei CBD nicht der Fall. Seine Wirkung begrenzt sich auf die Reduktion von Stress und Angstzuständen sowie auf Entzündungshemmung. Insofern werden THC und CBD rechtlich auch unterschiedlich bewertet.

Cannabidiol-haltige Produkte werden aus sogenannten CBD-Blüten gewonnen oder als solche auch direkt verkauft. Dies sind die Knospen von Cannabissorten mit einem sehr geringen THC-Wert und gleichzeitig einem sehr hohen CBD-Wert.

Die aktuelle Gesetzeslage zu CBD

Auf internationaler Ebene wird CBD weder im „Übereinkommen der Vereinten Nationen gegen den unerlaubten Verkehr mit Suchtstoffen und psychotropen Stoffen“ noch in der „Liste der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung“ reguliert. Insofern gilt CBD anders als THC nicht als Suchtmittel.

In Deutschland ist der Vertrieb von CBD im Arzneimittelgesetz geregelt und ist hierin offiziell als Nahrungsergänzungsmittel eingestuft. Hanf wird in Deutschland je nach chemischer Zusammensetzung rechtlich unterschiedlich bewertet. So gelten Hanfsorten mit einem THC-Wert von unter 0,2 % nicht mehr als Suchtmittel, sondern als sogenannter Nutzhanf. Dieser kann durchaus einen hohen Gehalt an CBD aufweisen und darf in Deutschland legal angebaut werden. Als Aromablüten oder Kosmetikrohstoff lassen sich die Blüten des Nutzhanfs online erwerben.

Allerdings werden CBD und seine Erzeugnisse in Form von Tropfen, Öl, Blüten oder Liquids als natürliches Produkt aus der Cannabispflanze gewonnen und können daher auch immer Spuren von THC enthalten, das unter das Betäubungsmittelgesetz fällt. Deshalb darf auch hier der Gehalt an THC 0,2 % nicht überschreiten. Unter diesem Wert kann Cannabidiol in Deutschland als Nahrungsergänzungsmittel legal vertrieben, erworben und konsumiert werden.

Insofern können CBD-Produkte, die den vorgeschriebenen Höchstwert an THC nicht überschreiten, in Deutschland legal gekauft werden. In welcher Form das geschieht, ob als Blüte, Öl oder Tropfen, ist hierbei nicht relevant. Darüber hinaus müssen folgende Kriterien erfüllt sein:

  • Die Produkte dürfen nur als Kosmetikartikel bzw. Nahrungsergänzungsmittel verkauft werden.
  • Es darf nicht mit einem Heilversprechen geworben werden.
  • Käufer müssen mindestens 18 Jahre alt sein.

Wenn sowohl der Grenzwert an THC als auch diese genannten Kriterien berücksichtigt sind, ist der Vertrieb und Erwerb des CBD-haltigen Produktes in Deutschland legal.

Die rechtliche Entwicklung von CBD in Deutschland

Um die Legalität von CBD-haltigen Produkten gab es in Deutschland bis zuletzt viel Unklarheit. Nachdem das Landgericht Braunschweig den gewerblichen Handel nicht als legal bewertete, kam der Bundesgerichtshof in Leipzig am 24.3.2021 zu einem anderen Urteil. So kann beim Konsum von CBD-Blüten aus Nutzhanf ein Missbrauchspotenzial ausgeschlossen werden und diese Blüten und die daraus gewonnenen Produkte dürfen legal vertrieben werden. Dem gewerblichen Handel steht damit also nichts mehr im Wege.

Deutschland ist in der künftigen Entwicklung seiner Gesetze an EU-Richtlinien gebunden, die in Bezug auf CBD noch unklar sind. Hier gilt CBD als sogenanntes Novel Food und müsste daher zunächst noch zugelassen werden. Welche Produkte dies genau betrifft, ist noch nicht abschließend geklärt. Es gibt immer wieder Forderungen um eine eindeutige Regulierung der rechtlichen Einstufung von CBD-Produkten.

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Die Auffassung der derzeitigen Gesetzeslage ist EU-weit sehr unterschiedlich und um den Vertrieb von Cannabidiol hat sich bereits ein lukrativer Wirtschaftszweig im Gesundheitssektor etabliert. Insofern schätzen Experten die Wahrscheinlichkeit für ein künftiges Verbot von Cannabidiol auf EU-Ebene als sehr unwahrscheinlich ein.

Wo man CBD kaufen kann

In Deutschland lassen sich CBD-Blüten und ihre Produkte sowohl in spezialisierten Headshops als auch in einigen auf Hanfprodukte spezialisierten Läden kaufen. Im Internet gibt es zahlreiche Anbieter, die diese Produkte vertreiben. Beim Kauf in Online-Shops ist hingegen besondere Vorsicht geboten, denn nicht immer entsprechen Produkte gesetzlichen Vorgaben. Selbst wenn die Blüten in der EU angebaut wurden, entspricht das Saatgut nicht immer dem EU-Sortenkatalog. Außerdem gilt in manchen Staaten, wie beispielsweise auch Österreich, ein höherer Grenzwert für THC. Wenn Produkte für diese Märkte hergestellt wurden, dürfen sie daher in Deutschland mitunter nicht vertrieben werden. Inzwischen gibt es CBD-Produkte auch in manchen Drogerien zu kaufen. Hier kann man allerdings nicht mit einer fachkundigen Beratung rechnen. Diese wird eher in Apotheken geboten, die auch immer häufiger CBD-Mittel vertreiben.


Ilse Meyer

Ilse Meyer ist Autorin und CBD-Expertin aus Duisburg.

FAQ

Auch essbares CBD – sogenannte Edibles – kann in Deutschland gekauft werden. Diese Produkte gelten als Nahrungsergänzungsmittel und ihr kommerzieller Vertrieb ist inzwischen legal. Für Edibles gelten die gleichen Richtlinien für den erlaubten Gehalt an THC wie bei anderen Produkten.